ACETYLSALICYLSäURE (ASS)
Index
Klinisch-pharmakologische Klassifizierung / ATC-Code Wirkmechanismus Handelsnamen
Anwendungsarten Indikationen Dosierung
Kontraindikationen Nebenwirkungen Interaktionen
Vorsichtsmaßnahmen Pharmakokinetik Allgemeine Beurteilung
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Klinisch-pharmakologische Klassifizierung / ATC-Code
– ATC-Code: N02BA Andere Analgetika und Antipyretika / Salicylsäure und Derivate
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Wirkmechanismus
Acetylsalicylsäure hat analgetische, antipyretische, antiphlogistische und thrombozytenaggregationshemmende Wirkung, da die Prostaglandinsynthese gehemmt wird.
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Handelsnamen
Österreich Acekapton, Alka-Seltzer, Aspirin, Aspro, ASS, Herz ASS, Herzschutz ASS, Thrombo ASS, Thrombostad¸ Togal Mono
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Anwendungsarten
nicht invasiv: oral (Tabletten, Brausetabletten, Kautabletten)
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Indikationen
– schwache bis mittelstarke nozizeptive Schmerzen im allgemeinen,
– Kopfschmerzen vom Typ Spannungskopfschmerzen, Migräne,
– Muskelskelettschmerzen,
– schwache bis mittelstarke Schmerzen mit entzündlicher Komponente,
– Antirheumatikum

low-dose ASS-Therapie als Aggregationshemmer und bei verschiedenen praenatalen Erkrankungen (z.B.: Präeklampsie)
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Kontraindikationen

absolut bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Wirkstoff- oder Wirkstoffgruppe
Überempfindlichkeit gegenüber Hilfsstoffen
akute perioperative Schmerzzustände, Asthma bronchiale, floride Magen-Darm-Ulcerationen, unkontrollierte Hypertension, bestehende beträchtliche Nierenschädigung, bestehende Koagulopathie, bestehende starke Leberschädigung, im letzen Schwangerschaftstrimenon
relativ
Patienten mit allergischen oder systemischen Erkrankungen, Patienten mit Autoimmunerkrankungen, Patienten mit Ulkusanamnese, Patienten mit bestehender ZNS-Dysfunktion, Patienten mit KHK

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Dosierung
Standarddosierung
Erwachsene
Kinder
Einzeldosis: 500-1000 mg (p.o.)
maximale Tagesdosis: 1500-4000 mg (p.o.)
Dosisintervall: 4-6h
bis 5 kg: 10 mg/kg
bis 7,5 kg: 10 mg/kg
bis 10 kg: 10-15 mg/kg
bis 15 kg: 150 mg
bis 20 kg: 200 mg
bis 25 kg: 300 mg
bis 35 kg: 400 mg
bis 45 kg: 500 mg
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Nebenwirkungen
Allgemein: allergische Reaktionen jeder Art, Kopfschmerzen, Schwitzen
ZNS: Schwindel, Seh- und Hörstörungen, Unruhe, zentrale Hyperventilation, Verwirrtheit, zentale Pyrexie, zentrale Hypothermie, Koma
Herz und Kreislauf: Hypotension, Tachykardie
Atmung: AIA (aspirin-induced-asthma), Dysfunktion bis hin zur Atemdepression
Magen-Darm-Trakt: Nausea, Emesis, Inappetenz, Völlegefühl, okkulte und nichtokkulte Blutungen, Sodbrennen retrosternale Schmerzen, Blähungen
Leber und Pancreas: akute, chronische, reversible und irreversible Störungen und Funktionseinschränkungen
Niere und Blase: akute, chronische, reversible und irreversible Störungen und Funktionseinschränkungen
Blut: Agranuzytose, aplastische Anämie bei Patienten mit Glucose-6-Phosphatdehydrogenasemangel
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Interaktionen
Azida: analget.Effekt nimmt zu, renale Clearence nimmt ab
Antazida: analget. Effekt nimmt ab, renale Clearence nimmt zu
Aldosteronantagonisten: diuret. Effekt nimmt ab, Natriurese nimmt ab
Antidiabetika (orale): hypoglycäm. Eff. nimmt zu, Proteinbindung bzw. Elimination. nimmt ab
Antihypertensiva: antihypertensiver Effekt nimmt ab, Natrium + Wasser-Retention steigt
Antikoagulantien (orale): Thromboz.-Aggr. nimmt ab, Thromboxansyn. nimmt ab
hypothrombinäm. Effekt steigt, Proteinbindung nimmt ab
Corticosteroide: ulcerogener Effekt steigt, additive Wirkung
Digoxin: Plasmaspiegel steigt
Diuretika: analget. Effekt nimmt ab, Na+Wasser-Retent. steigt
diuret. Effekt nimmt ab, renale Clearence steigt
antihypertensiver Effekt nimmt ab
K-sparende Diuretika: Hyperkaliämie, K-Retention steigt
Lithium: Toxizität steigt, renale Clearence nimmt ab
Plasmaspiegel steigt
Methotrexat: Toxizität steigt, renale Clearence nimmt ab,
Plasmaspiegel steigt
Phenytoin: Plasmaspiegel steigt, Plasmaproteinbindung sinkt
Urikosurika: analget. Effekt nimmt zu, renale Clearence sinkt
urikosur. Effekt nimmt ab, renale Clearence nimmt zu
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Vorsichtsmaßnahmen
nicht empfehlenswert als Antirheumatikum (4000-6000mg notwendig)
keine Indikation als Monotherapie bei starken Schmerzen
nicht mit anderen sauren NSAR kombinieren
Vorsicht ist geboten bei Asthma bronchiale, gastrointestinalen Beschwerden, Leber- oder Nierenfunktionsstörungen.
Bei Kindern und Jugendlichen mit Varicellen sowie bei Verdacht auf Influenza-A- oder -B-Virusinfektionen.
Soll von Kindern im 2. und 3. Lebensjahr nur auf ärztliche Verschreibung eingenommen werden.
ASS sollte während der Schwangerschaft besonders im dritten Trimenon nur mit Vorsicht eingenommen werden.
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Pharmakokinetik
Resorption: Acetylsalicylsäure wird überwiegend bereits im Magen resorbiert und vor allem in der Leber zu Salicylsäure enzymatisch hydrolisiert.
Proteinbindung: 50 - 70%
maximale Plasmakonzentration nach 0,25 - 1h
terminale β-Halbwertszeit: 0,25h
Ausscheidung: 85% renal, 15% biliär
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Allgemeine Beurteilung
Standardarzneimittel bei akuten, kurzen evtl. entzündlichen Schmerzen.
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