PROCAIN
Index
Klinisch-pharmakologische Klassifizierung / ATC-Code Wirkmechanismus Handelsnamen
Anwendungsarten Indikationen Dosierung
Kontraindikationen Nebenwirkungen Interaktionen
Vorsichtsmaßnahmen Pharmakokinetik Strukturformel
goto top of page
Strukturformel 
Procain
 
goto top of page
Klinisch-pharmakologische Klassifizierung / ATC-Code
ATC-Code: N01BA Lokalanästhetika / Ester der Aminobenzoesäure
goto top of page
Wirkmechanismus
Lokalanästhetika blockieren die Natriumkanäle und verhindern so Bildung und Fortleitung von Aktionspotentialen.
Da Procain im Gewebe rasch hydrolysiert wird, ist es relativ ungiftig und kurz wirksam.
Der Wirkungseintritt ist abhängig von Dosis, Ort und Art der Anwendung und beträgt zwischen 2 und 10 Minuten.
goto top of page
Handelsnamen
Österreich Geroaslan H3, Gerovital, K.H.3 Geriatricum, Novanaest purum
goto top of page
Anwendungsarten
invasiv: Ampullen und Durchstichflaschen
goto top of page
Indikationen
- Injektions- und Leitungsanästhesie
goto top of page
Kontraindikationen
- Überempfindlichkeit gegenüber Wirkstoff
- Myasthenia gravis
- Cholinesterasemangel
- gleichzeitige Behandlung mit Sulfonamiden und Cholinesterasehemmern
- Hypotonie
- hochgradige Form der Bradykardie

goto top of page
Dosierung
Standarddosierung
Die Dosierung ist abhängig von Indikation und Anwendungstechnik und sollte so gering wie möglich gehalten werden, um Nebenwirkungen hintanzuhalten.
zur Infiltrationsanästhesie: 1%iges Procain
zur Leitungsanästhesie: 2%iges Procain

Tagesmaximaldosis: 7,0 mg/kgKG
goto top of page
Nebenwirkungen
Allgemein: allergische Reaktionen jeder Art (im Vergleich zu anderen Lokalanästhetika relativ häufig), Schwindel, Benommenheit und Kollaps
ZNS und Sinnesorgane: Brechreiz, Unruhe, Erbrechen, Zittern, Angst, Verwirrtheit, Sehstörungen, Müdigkeit, Sprachstörungen, Muskelzucken bis hin zu Konvulsionen, Koma, Atemdepression (dies sind meist erste Anzeichen einer Überdosierung
Herz und Kreislauf: AV-Überleitungsstörungen bis zum totalen AV-Block, Herzstillstand
Atmung: Bronchospasmus, Larynxödem, anaphylakt. Schock
Magen-Darm-Trakt: Durchfall
goto top of page
Interaktionen
Sulfonamidantibiotika: antibiotische Wirkung nimmt ab
Cholinesterasehemmer und Acetazolamid: Hemmung des Abbaus von Procain
Muskelrelaxantien: Wirkung der Muskelrelax. wird verstärkt
Antiarrhythmika, Beta-Blocker, Kalziumantagonisten: additiv hemmende Wirkung auf das Herz
goto top of page
Vorsichtsmaßnahmen
langsam unter wiederhohlter Aspiration infiltrieren
intravasale Applikation muss unbedingt vermieden werden.
nicht in entzündetes Gewebe injizieren
Sulfit ist sehr reaktionsfähig, die Kombination mit anderen Medikamenten sollte vermieden werden.
Procain schränkt die Reaktionsfähigkeit ein.
nicht für die Anwendung in der Zahnheilkunde geeignet
goto top of page
Pharmakokinetik
Der Wirkungseintritt ist abhängig von Art und Lokalisation der Applikation und beträgt zwischen 2 und 10 min.
Procain wird durch plasmatische und hepatische Esterasen rasch hydrolysiert und teils über die Niere ausgeschieden, teils in der Leber metabolisiert.
goto top of page
© Österreichische Schmerz Gesellschaft
CEDIP Franz Resatz GmbH
Webmaster:T-SIGN STUDIOS VIENNA