PARACETAMOL
Index
Klinisch-pharmakologische Klassifizierung / ATC-Code Wirkmechanismus Handelsnamen
Anwendungsarten Indikationen Dosierung
Kontraindikationen Nebenwirkungen Interaktionen
Vorsichtsmaßnahmen Pharmakokinetik Allgemeine Beurteilung
Strukturformel    
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Strukturformel 
Paracetamol
 
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Klinisch-pharmakologische Klassifizierung / ATC-Code
– ATC-Code: N02BE Analgetika und Antipyretika / Anilide
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Wirkmechanismus
Paracetamol wirkt gut analgetisch und antipyretisch offenbar auch durch Beeinflussung zentraler Mechanismen (zentrale Hemmung der Substanz P, zentrale PG-System-Hemmung, spinale Blockierung des pronozizeptiven Arginin-NO-Synthetase-Systems), jedoch nicht antiphlgistisch.
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Handelsnamen
Österreich Ben-u-ron, Grippostad, Mexalen, Momentum, Paracetamol "Genericon", Paracetamol "Rösch", Parakapton, Perfalgan
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Anwendungsarten
nicht invasiv: oral (Saft, Pulver, Sirup, Tabletten, Kapseln)
Suppositorien
invasiv: Infusionslösung
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Indikationen
- schwache bis mittlere Schmerzzustände (ohne entzündliche Komponente!)
- Kopf-, Zahn- und Menstruationsschmerzen
- leichte Schmerzen nach chirurgischen Eingriffen
- Basistherapie im Rahmen der Balanced-Analgesia-Technik (perioperative Medizin)
- Antipyretikum vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern
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Kontraindikationen
- bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Wirkstoff- oder Wirkstoffgruppe
- Überempfindlichkeit gegenüber Hilfsstoffen
- schwere Nieren- oder Leberinsuffizienz
- Patienten mit Gucose-6-Phospatdehydrogenasemangel
- übermäßiger bzw. chronischer Alkoholgenuß
- Bei Neugeborenen (bis 2 Monate) dürfen Paracetamol Zäpfchen nicht eingesetzt werden.
- Während der Stillzeit wird die Einnahme von Paracetamol nicht empfohlen.

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Dosierung
Standarddosierung
Tabletten, Brausetabletten, Kapseln:
Erwachsene und Kinder über 12 Jahren:
Einzeldosis: 500-1000 mg
maximale Tagesdosis: 4000 mg
Kinder: initial 25 mg/kg KG; dann 15 mg/kg KG alle 4-6h

Saft, Sirup:
Erwachsene und Kinder ab 12 Jahren:
Einzeldosis: 400-500 mg Paracetamol (5 ml=200 mg)
maximale Tagesdosis: 600-800 mg
Kinder von 6-12-Jahren:
Einzeldosis: 200-400 mg
maximale Tagesdosis: 400-600 mg
Kinder von 2-5 Jahren:
Einzeldosis: 200 mg
maximale Tagesdosis: 400-600 mg

Pulver:
Erwachsene und Kinder ab 12 Jahren:
Einzeldosis: 600 mg Paracetamol (5 g=600 mg)
maximale Tagesdosis: 1800 mg
Kinder von 6-12-Jahren:
Einzeldosis: 300 mg
maximale Tagesdosis: 900 mg

Suppositorien:
Erwachsene und Kinder ab 12 Jahren:
Einzeldosis: 600 mg
maximale Tagesdosis: 1800 mg
Kinder von 6-12-Jahren:
Einzeldosis: 300 mg
maximale Tagesdosis: 1500 mg
Kinder von 4-6 Jahren:
Einzeldosis: 150 mg
maximale Tagesdosis: 600 mg
Kinder von 2-4 Jahren:
Einzeldosis: 150 mg
maximale Tagesdosis: 450 mg
Kinder von 1-2 Jahren:
Einzeldosis: 80 mg
maximale Tagesdosis: 320 mg
Kinder von 6-12 Monaten:
Einzeldosis: 80 mg
maximale Tagesdosis: 240 mg
Kinder von 3-6 Monaten:
Einzeldosis: 80 mg
maximale Tagesdosis: 160 mg
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Nebenwirkungen
Allgemein: allergische Reaktionen jeder Art, Schock
ZNS: Encephalopatie, Koma, Kopfschmerzen, Schweißausbruch
Herz und Kreislauf: Arrhythmien
Atmung: AIA (aspirin-induced-asthma), Atemnot, Heuschnupfen
Magen-Darm-Trakt: gastrointestinale Blutungen und Hämatemesis (selten)
Leber und Pankreas: fulminantes Leberversagen, dosisabhängige Hepatotoxizität (v.a. in Kombination mit Alkohol, Barbituraten oder anderen enzyminduzierenden Wirkstoffen)
Nieren und Blase: akutes reversibles bis irreversibles Nierenversagen
Blut: Agranoluzytose, Hämolyse, Thrombozytopenie, Panzytopenie
Haut: allergische Hautausschläge
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Interaktionen
α1-Agonisten: Hepatotoxizität steigt
Gerinnungs- und Thrombozytenaggregationshemmer: Wirkungsverstärkung
enzyminduzierende Wirkstoffe: (Alkohol, Babiturate, Antiepileptika, Rifampizin): Hepatotoxizität steigt
Zidovudin: Glukuronkonjugation wird gehemmt
Chloramphenicol: Eliminationsgeschw. nimmt ab
Salicylamid: Halbwertszeit v. Paracetamol verlängert (Kumulation!)
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Vorsichtsmaßnahmen
Keine Indikationen: nozizeptive Weichteilschmerzen
Dysmenorrhoe (als Monotherapie)
schwere Schmerzzustände (als Monotherapie)
viszerale Schmerzen
akute Schmerzzustände mit Entzündungsbeteiligung
Brausetabletten wegen angenehmer Wirkungsweise sehr beliebt - akzidentielle Überdosierung.
Aktivkohle ist kontraindiziert bei mit Acetylcystein anbehandelter Paracetamolintoxikation (Acetylcystein wird gehemmt!).
Vorsichtige Dosierung bei Leber- oder Nierenschädigung.
Bei längerem Gebrauch oder überhöhter Dosierung (mehr als 2g Paracetamol pro Tag) sind schwere Leberschäden und Nierenschädigungen (Gefahr einer Analgetika- Nephropathie) nicht auszuschließen.
Darf Kindern unter 3 Jahren nur über ärztliche Anordnung gegeben werden.
In der Schwangerschaft und Stillzeit sollte die Dosierung möglichst niedrig gehalten werden.
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Pharmakokinetik
Paracetamol wird gut resorbiert
Proteinbindung: 5-10%
maximale Plasmakonzentration nach ca. 0,5-1,5h
terminale β-Halbwertszeit: 1,5-2,5h
Nach hepatischer Biotransformation durch Kopplung an Glutathion erfolgt die Ausscheidung renal.
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Allgemeine Beurteilung
Wirkt oral gut antipyretisch schwach analgetisch und kaum antiphlogistisch. Intravenös für postoperative Schmerzen gut einsetzbar. Überdosierung bei Kindern wegen Lebertoxizität gefährlich.
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