Methotrexat ist ein "falsches" Substrat der Dihydrofolsäure-Reduktase. Dadurch wird die Bildung der für die Zellproliferation notwendigen Tetrahydrofolsäure verhindert. Methotrexat wirkt immunsuppresiv und zytostatisch.
In der Gruppe der DMARDs (disease modifying antirheumatic drugs) zeichnet es sich durch besonders schnellen Wirkungseintritt aus.
nicht invasiv:
- oral (Tabletten)
invasiv:
- zur parenteralen Anwendung
- Autoimmunerkrankungen (z.B.: rheumatoide Arthritis)
- schwerste generalisierte Psoriasis
- maligne Tumoren
- Überempfindlichkeit gegenüber Wirkstoff
- schwere Leber- oder Nierenfunktionseinschränkung (Serumkreatinin > 2 mg/dl)
- Alkoholabusus
- Anämie, Knochenmarkshypoplasie, Leukopenie, Thrombozytopenie
- bestehende Infektionen
- Ulzera im Mund oder im Gastrointestinaltrakt
- frische Operationswunden
- Schwangerschaft und Stillperiode
Allgemein: allergische Reaktionen jeder Art, verminderte Infektresistenz, Stoffwechselstörungen
ZNS: akute, subakute und verzögerte Neurotoxizität
Atmung: Pneumonitis
Magen-Darm-Trakt: Übelkeit, Erbrechen, Schluckbeschwerden, Mucositis, Diarrhoe, Ulcerationen
Leber und Pankreas: Erhöhung der Serumtransaminasen und der alkalischen Phosphatase, Hyperbilirubinämie, Leberdystrophie, periportale Fibrose, Leberverfettung, Zirrhose
Urogenitaltrakt: Oligurie, Anurie, Elektrolytstörungen, Anstieg des Serumkreatinin, Zystitis, Schleimhautulcerationen mit Hämaturie, Störungen der Oogenese und Spermiogenese, Libidoverlust und Potenzstörungen, Menstruationsstörungen, Abortus, fetale Mißbildungen
Blut: Knochenmarksdepression, Leukopenie, Thrombozytopenie, Anämie, Hypogammaglobulinämie
Haut: Erytheme, Exantheme, Juckreiz, Photosensitivität, Haarausfall, Teleangiektasien, Akne, Furunkulose, Pigmentverämderungen, Vaskulitis, Herpes Zoster
NSAR, Salizylate, Sulfonamide, Probenecid, Cephalothin, Penicilline, Carbenicillin, Ticarcillin, p-Aminohippursäure:
- Beeinträchtigung der Ausscheidung und damit Wirkungsverstärkung von Methotrexat
Salizylate, Sulfisoxazol, Sulfurazol, Doxorubicin, Bleomycin, Cyclophosphamid, Phenytoin, Phenazonderivate, Barbiturate, Tranquillizer, Tetracycline, Chloramphenicol, p-Aminobenzoesäure, orale Antidiabetika und Diuretika:
- verdrängen Methotrexat aus der Proteinbindung, dadurch Wirkungsverstärkung
Kortikosteroide, L-Asparaginase, Bleomycin, Penicillin:
- reduzieren die zelluläre Aufnahme
Triamteren, Allopurinol, folsäurehältige Vitaminpräparate:
- Wirkungsverminderung
andere Folsäureantagonisten (z.B.: Trimetoprim):
- Toxizität von Methotrexat steigt
orale Antikoagulantien:
- verlängerte Prothrombinzeit
Schutzimpfungen:
- immunologische Reaktion kann beeinträchtigt werden, Komplikationsrisiko steigt
besondere Vorsicht bei verminderter Knochenmarksleistungsfähigkeit
Methotrexat sollte bei schwerer Lungenerkrankung nicht zur Therapie der rheumatoiden Arthritis oder der Psoriasis eingesetzt werden.
Bei Vorhandensein von Aszites oder Pleuraergüssen kann die Ausscheidung reduziert sein.
Ärzte und Hilfspersonal sollten den direkten Kontakt mit Methotrexat vermeiden.
Regelmäßige Kontrollen von Leukozyten, Thrombozyten, Blutstatus, Nieren- und Leberfunktion sind angezeigt.
Mittel der Wahl zur Immunsuppression mit potenter antirheumatischer Wirkung