METHOTREXAT
Index
Wirkmechanismus Handelsnamen Anwendungsarten
Indikationen Dosierung Kontraindikationen
Nebenwirkungen Interaktionen Vorsichtsmaßnahmen
Pharmakokinetik Allgemeine Beurteilung  
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Wirkmechanismus
Methotrexat ist ein "falsches" Substrat der Dihydrofolsäure-Reduktase. Dadurch wird die Bildung der für die Zellproliferation notwendigen Tetrahydrofolsäure verhindert. Methotrexat wirkt immunsuppresiv und zytostatisch.
In der Gruppe der DMARDs (disease modifying antirheumatic drugs) zeichnet es sich durch besonders schnellen Wirkungseintritt aus.
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Handelsnamen
Österreich Ebetrexat, Methotrexat, Metoject
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Anwendungsarten
nicht invasiv:
- oral (Tabletten)

invasiv:
- zur parenteralen Anwendung
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Indikationen
- Autoimmunerkrankungen (z.B.: rheumatoide Arthritis)
- schwerste generalisierte Psoriasis
- maligne Tumoren
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Kontraindikationen
- Überempfindlichkeit gegenüber Wirkstoff
- schwere Leber- oder Nierenfunktionseinschränkung (Serumkreatinin > 2 mg/dl)
- Alkoholabusus
- Anämie, Knochenmarkshypoplasie, Leukopenie, Thrombozytopenie
- bestehende Infektionen
- Ulzera im Mund oder im Gastrointestinaltrakt
- frische Operationswunden
- Schwangerschaft und Stillperiode

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Dosierung
Standarddosierung
Rheumatoide Arthritis:
initial wöchentlich 5-15 mg i.m.
eventuell wöchentliche Dosissteigerung um wöchentlich 5 mg
auf maximal 25 mg/Woche

Psoriasis vulgaris:
wöchentlich 10-25 mg

bei eingeschränkter Nierenfunktion ist die Dosis je nach Serumkreatinin zu reduzieren
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Nebenwirkungen
Allgemein: allergische Reaktionen jeder Art, verminderte Infektresistenz, Stoffwechselstörungen
ZNS: akute, subakute und verzögerte Neurotoxizität
Atmung: Pneumonitis
Magen-Darm-Trakt: Übelkeit, Erbrechen, Schluckbeschwerden, Mucositis, Diarrhoe, Ulcerationen
Leber und Pankreas: Erhöhung der Serumtransaminasen und der alkalischen Phosphatase, Hyperbilirubinämie, Leberdystrophie, periportale Fibrose, Leberverfettung, Zirrhose
Urogenitaltrakt: Oligurie, Anurie, Elektrolytstörungen, Anstieg des Serumkreatinin, Zystitis, Schleimhautulcerationen mit Hämaturie, Störungen der Oogenese und Spermiogenese, Libidoverlust und Potenzstörungen, Menstruationsstörungen, Abortus, fetale Mißbildungen
Blut: Knochenmarksdepression, Leukopenie, Thrombozytopenie, Anämie, Hypogammaglobulinämie
Haut: Erytheme, Exantheme, Juckreiz, Photosensitivität, Haarausfall, Teleangiektasien, Akne, Furunkulose, Pigmentverämderungen, Vaskulitis, Herpes Zoster
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Interaktionen
NSAR, Salizylate, Sulfonamide, Probenecid, Cephalothin, Penicilline, Carbenicillin, Ticarcillin, p-Aminohippursäure:
- Beeinträchtigung der Ausscheidung und damit Wirkungsverstärkung von Methotrexat

Salizylate, Sulfisoxazol, Sulfurazol, Doxorubicin, Bleomycin, Cyclophosphamid, Phenytoin, Phenazonderivate, Barbiturate, Tranquillizer, Tetracycline, Chloramphenicol, p-Aminobenzoesäure, orale Antidiabetika und Diuretika:
- verdrängen Methotrexat aus der Proteinbindung, dadurch Wirkungsverstärkung

Kortikosteroide, L-Asparaginase, Bleomycin, Penicillin:
- reduzieren die zelluläre Aufnahme

Triamteren, Allopurinol, folsäurehältige Vitaminpräparate:
- Wirkungsverminderung

andere Folsäureantagonisten (z.B.: Trimetoprim):
- Toxizität von Methotrexat steigt

orale Antikoagulantien:
- verlängerte Prothrombinzeit

Schutzimpfungen:
- immunologische Reaktion kann beeinträchtigt werden, Komplikationsrisiko steigt
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Vorsichtsmaßnahmen
besondere Vorsicht bei verminderter Knochenmarksleistungsfähigkeit
Methotrexat sollte bei schwerer Lungenerkrankung nicht zur Therapie der rheumatoiden Arthritis oder der Psoriasis eingesetzt werden.
Bei Vorhandensein von Aszites oder Pleuraergüssen kann die Ausscheidung reduziert sein.
Ärzte und Hilfspersonal sollten den direkten Kontakt mit Methotrexat vermeiden.
Regelmäßige Kontrollen von Leukozyten, Thrombozyten, Blutstatus, Nieren- und Leberfunktion sind angezeigt.
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Pharmakokinetik
- Bioverfügbarkeit nach p.o.-Applikation: 60 %
- Proteinbindung: 50-70 %
- Die Abnahme der Plasmakonzentration erfolgt triphasisch mit Halbwertszeiten von 0,75, 2 bis 3,5 und 27 h
- Methotrexat wird großteils unverändert über die Nieren ausgeschieden.
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Allgemeine Beurteilung
Mittel der Wahl zur Immunsuppression mit potenter antirheumatischer Wirkung
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