ATC-Code: N01BB Lokalanästhetika / Amide
Mepivacain ist ein Lokalanästhetikum mit raschem Wirkungseintritt und reversibler Blockade vegetativer, sensorischer und motorischer Nervenfasern sowie der Erregungsleitung des Herzens.
Es wirkt durch Verringerung der Natrium-Leitfähigkeit der Nervenmembran.
Im Vergleich zu anderen Lokalanästhetika zeichnet es sich durch geringe vasodilatierende Wirkung aus.
Die anästhetische Wirkung von Mepivacain ist stärker als die von Procain, die Toxizität ist geringer als die von Lidocain.
Epinephrin (=Adrenalin) bedingt eine Vasokonstriktion und sorgt so einerseits für eine längere Wirkdauer von Mepivacain und andererseits für verminderte Blutung im Operationsgebiet.
- Infiltrations- und Leitungsanästhesie in der Zahnheilkunde
- Überempfindlichkeit gegenüber Wirkstoff
- hochgradige Form von Bradykardie, AV-Block II° und III°, andere Überleitungsstörungen
- manifeste Herzinsuffizienz
- schwere Hypotonie
- Engwinkelglaukom
- Zerebralsklerose
- Hypertonie
- Thyreotoxikose
- gleichzeitige Anwendung von MAO-Hemmern, trizykl. Antidepressiva, Phenothiazinen, Kalziumantagonisten, beta-Blockern, Chloroform, Halothan, Cyclopropan
- Injektion in entzündetes Gewebe
- Kinder
Allgemein: allergische Reaktionen jeder Art, bei Lumbalanästhesie Kopf- und Rückenschmerzen
ZNS und Sinnesorgane: Schwindel, Benommenheit, Kollaps, Unruhe, Zittern, Angst, Verwirrtheit, Sehstörungen, Ohrensausen, Muskelzuckungen, Sprachstörungen, Koma, zentrale Atemlähmung
Herz und Kreislauf: AV-Überleitungsstörungen bis hin zum totalen AV-Block, Bradykardie, Herzstillstand, Tachykardie, Tachyarrhythmie, Blutdruckanstieg
Atmung: Dyspnoe (bei Lumbalanästhesie), Bronchospasmus
Magen-Darm-Trakt: Übelkeit, Brechreiz, Erbrechen
Haut: Urtikaria
Antiarrhythmika, beta-Blocker und Kalziumantagonisten:additiv hemmende Wirkung auf AV-Überleitung, Reizausbreitung und Kontraktionskraft
Intravasale Anwendung ist unbedingt zu vermeiden.
besondere Vorsicht ist geboten bei:
- eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion
- gleichzeitiger Medikation mit Antiarrhythmika
- Störung der Blutgerinnung
- Gefäßverschlüssen
- Arteriosklerose
- Nervenschädigung (v.a. diabetische Neuropathie)
24 h nach Anwendung sollte nicht gestillt werden