ELETRIPTAN
Index
Klinisch-pharmakologische Klassifizierung / ATC-Code Wirkmechanismus Handelsnamen
Anwendungsarten Indikationen Dosierung
Kontraindikationen Interaktionen Vorsichtsmaßnahmen
Pharmakokinetik    
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Klinisch-pharmakologische Klassifizierung / ATC-Code
- ATC Code N02CC Selektive Serotonin-5HT1-Agonisten /
N02CC06 Eletriptan
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Wirkmechanismus
Wirkmechanismus/Pharmakologie: Eletriptan ist ein selektiver Agonist an vaskulären 5-HT1B- Rezeptoren und an neuronalen 5-HT1D-Rezeptoren. Eletriptan zeigt außerdem hohe Affinität zu
5-HT1F-Rezeptoren, was zu seiner Wirksamkeit bei Migräne beitragen könnte. Eletriptan hat eine geringe Affinität zu humanen rekombinanten 5-HT1A-, 5-HT2B-, 5-HT1E- und 5-HT7-Rezeptoren.

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Handelsnamen
Österreich Relpax
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Anwendungsarten
- oral Filmtabletten
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Indikationen
Akutbehandlung der Kopfschmerzphase von Migräneanfällen mit oder ohne Aura
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Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegenüber Eletriptanhydrobromid oder einen der Hilfsstoffe des Präparates.

Schwere Leber- oder Niereninsuffizienz.

Mittelschwere oder schwere Hypertonie oder unbehandelte leichte Hypertonie.

Nachgewiesene koronare Herzkrankheit einschließlich ischämischer Herzkrankheit (Angina pectoris, Myokardinfarkt in der Anamnese oder nachgewiesene stumme Ischämie), objektive oder subjektive Symptome einer ischämischen Herzkrankheit oder Prinzmetal-Angina.

Signifikante Arrhythmien oder Herzinsuffizienz.

Periphere Gefäßerkrankung.

Schlaganfälle oder transitorische ischämische Attacken (TIA) in der Anamnese.

Anwendung von Ergotamin oder Ergotaminderivaten (einschließlich Methysergid) innerhalb von 24 Stunden vor oder nach der Behandlung mit Eletriptan (siehe Abschnitt 4.5 ).

Gleichzeitige Anwendung anderer 5-HT1-Rezeptor-Agonisten gemeinsam mit Eletriptan.

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Dosierung
Standarddosierung
Erwachsene
Kinder
Erwachsene (18 bis 65 Jahre):

Die empfohlene Initialdosis beträgt 40 mg.

Wiederauftreten der Kopfschmerzen innerhalb von 24 Stunden: Falls die Migränekopfschmerzen innerhalb von 24 Stunden nach einem ersten Ansprechen erneut auftreten, kann dieses Rezidiv mit einer zweiten Dosis derselben Stärke wirksam behandelt werden. Falls eine zweite Dosis erforderlich ist, sollte diese frühestens 2 Stunden nach der ersten Dosis eingenommen werden.

Bei Nichtansprechen: Wenn ein Patient nicht innerhalb von zwei Stunden auf die erste Dosis anspricht, sollte für denselben Anfall keine zweite Dosis eingenommen werden, da hierfür keine ausreichenden Wirksamkeitsnachweise aus klinischen Studien vorliegen. Klinische Studien zeigen, dass Patienten, bei denen sich bei einem Anfall kein Behandlungserfolg zeigt, bei einem folgenden Anfall wahrscheinlich noch ansprechen.

Patienten, bei denen sich eine Dosis von 40 mg als nicht ausreichend wirksam erweist (z.B. gute Verträglichkeit und kein Ansprechen bei 2 von 3 Anfällen), können bei den nächsten Migräneanfällen wirksam mit 80 mg (2 x 40 mg) behandelt werden (siehe Abschnitt 5.1 Weitere Informationen über klinische Prüfungen“). Eine weitere Dosis von 80 mg sollte innerhalb von 24 Stunden nicht mehr eingenommen werden.

Die maximale Tagesdosis darf 80 mg nicht überschreiten

Ältere Patienten (über 65 Jahre):

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Eletriptan bei Patienten über 65 Jahren konnte aufgrund der geringen Zahl von Patienten dieser Altersgruppe in den klinischen Studien nicht systematisch untersucht werden. Die Anwendung von Eletriptan bei älteren Patienten wird daher nicht empfohlen.
Sicherheit und Wirksamkeit von Eletriptan bei Kindern wurden nicht untersucht. Die Anwendung von Eletriptan bei dieser Altersgruppe wird daher nicht empfohlen
Eletriptan Filmtabletten sollten so früh als möglich nach dem Beginn von Migränekopfschmerzen eingenommen werden, sind aber auch bei Einnahme zu einem späteren Zeitpunkt während eines Migräneanfalls wirksam.

Da nicht nachgewiesen wurde, dass RELPAX bei Einnahme während der Auraphase Migränekopfschmerzen verhindern kann, sollte Eletriptan nur während der Kopfschmerzphase einer Migräne angewendet werden.

Eletriptan Filmtabletten sollen nicht prophylaktisch eingenommen werden.

Die Filmtabletten sollen unzerkaut mit Wasser eingenommen werden.



 
Dosierung bei schwerer Nierenfunktionsstörung
Da die blutdrucksteigernden Effekte von Eletriptan bei Nierenfunktionseinschränkung verstärkt werden, wird bei Patienten mit leichter oder mittelgradiger Nierenfunktionseinschränkung eine Initialdosis von
20 mg empfohlen. Die maximale Tagesdosis sollte nicht mehr als 40 mg betragen. Bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionseinschränkung ist Eletriptan kontraindiziert.

 
Dosierung bei schwerer Leberfunktionsstörung:
Bei Patienten mit leichter oder mittelgradiger Leberfunktionseinschränkung ist keine Dosisanpassung erforderlich. Da Eletriptan bei Patienten mit schwerer Leberfunktionseinschränkung nicht untersucht wurde, ist die Anwendung bei dieser Patientengruppe kontraindiziert.

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Interaktionen
Wirkungen anderer Arzneimittel auf Eletriptan

In den pivotalen klinischen Studien mit Eletriptan ergab sich kein Hinweis auf eine Wechselwirkung mit Beta-Blockern, trizyklischen Antidepressiva, selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern und Flunarizin, es liegen jedoch keine Daten aus klinischen Wechselwirkungsstudien mit diesen Arzneimitteln (abgesehen von Propanolol, siehe unten) vor.

Pharmakokinetische Analysen klinischer Studien zeigen, dass für die folgenden Arzneimittel (Beta-Blocker, trizyklische Antidepressiva, selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, Hormonersatzpräparate auf Östrogen-Basis, östrogenhaltige orale Kontrazeptiva und Kalziumantagonisten) ein Einfluss auf die pharmakokinetischen Eigenschaften von Eletriptan unwahrscheinlich ist.

Eletriptan ist kein Substrat der Monoaminoxidase (MAO). Daher sind Wechselwirkungen zwischen Eletriptan und MAO-Hemmern nicht zu erwarten. Aus diesem Grund wurde auch keine Wechselwirkungsstudie durchgeführt.

In klinischen Studien mit Propranolol (160 mg), Verapamil (480 mg) und Fluconazol (100 mg) erhöhte sich die Serummaximalkonzentration (Cmax) von Eletriptan um das 1,1-, 2,2- bzw. 1,4-fache bei gleichzeitiger Erhöhung der AUC von Eletriptan um das 1,3-, 2,7- bzw. 2,0-fache. Diese Effekte wurden als klinisch nicht relevant bewertet, da sie nicht mit einem Blutdruckanstieg oder vermehrten Nebenwirkungen im Vergleich zur alleinigen Anwendung von Eletriptan verbunden waren.

In klinischen Studien mit Erythromycin (1000 mg) und Ketoconazol (400 mg), zwei spezifischen und potenten CYP3A4-Hemmern, wurden signifikante Anstiege der Maximalkonzentration (Cmax) (um das 2,0- bzw. 2,7-fache) und der AUC (um das 3,6- bzw. 5,9-fache) von Eletriptan beobachtet. Damit verbunden war eine Verlängerung der Halbwertszeit (t1/2) von 4,6 auf 7,1 Stunden mit Erythromycin und von 4,8 auf 8,3 Stunden mit Ketoconazol (siehe Abschnitt 5.2 ). Deshalb sollte Eletriptan nicht gemeinsam mit starken CYP3A4-Hemmern wie Ketoconazol, Itraconazol, Erythromycin, Clarithromycin, Josamycin und Proteasehemmern (Ritonavir, Indinavir und Nelfinavir) angewendet werden.

In klinischen Studien mit oralem Koffein/Ergotamin, das ein und zwei Stunden nach Eletriptan gegeben wurde, wurde ein geringer zusätzlicher Blutdruckanstieg beobachtet, der aufgrund der pharmakologischen Eigenschaften der beiden Präparate vorhersehbar war. Deshalb wird empfohlen, Arzneimittel, die Ergotamin oder Ergotaminanaloga (z.B. Dihydroergotamin) enthalten, nicht innerhalb von 24 Stunden nach Eletriptan zu verabreichen. Ebenso sollte nach Anwendung eines ergotaminhaltigen Präparates eine Frist von mindestens 24 Stunden eingehalten werden, bevor Eletriptan verabreicht wird.


Wirkung von Eletriptan auf andere Arzneimittel

Es ergeben sich weder aus in-vitro- noch aus in-vivo-Studien Hinweise darauf, dass therapeutische Dosierungen von Eletriptan (und die daraus resultierenden Konzentrationen) zu einer Hemmung oder einer Induktion von Cytochrom P450 Isoenzymen einschließlich CYP3A4 führen, und es gilt daher als unwahrscheinlich, dass Eletriptan klinisch relevante Arzneimittelwechselwirkungen verursacht, die durch diese Enzyme vermittelt werden.

Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRIs) / Serotonin-und-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRIs) und Serotoninsyndrom:
Nach Anwendung von selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRIs) oder Serotonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmern (SNRIs) und Triptanen wurde von Fällen berichtet, welche Symptome aufwiesen, die den Symptomen eines Serotoninsyndroms entsprachen (einschließlich veränderter mentaler Verfassung, vegetativer Instabilität und neuromuskulärer Störungen)
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Vorsichtsmaßnahmen
Schwangerschaft: Es liegen für Eletriptan keine klinischen Daten für die Anwendung während der Schwangerschaft vor. Tierstudien erbrachten keinen Hinweis auf direkt oder indirekt schädigende Wirkung auf die Trächtigkeit, die embryonale/fötale Entwicklung, die Geburt oder die postnatale Entwicklung. Eletriptan soll während der Schwangerschaft nur bei zwingender Indikation angewendet werden.

Stillzeit: Eletriptan tritt beim Menschen in die Muttermilch über. In einer Studie mit acht Frauen, die eine Einzeldosis von 80 mg erhielten, betrug die innerhalb von 24 Stunden festgestellte Gesamtmenge von Eletriptan in der Muttermilch durchschnittlich 0,02% der Dosis. Dennoch ist Vorsicht geboten, wenn eine Verabreichung von Eletriptan an stillende Mütter erwogen wird. Die Exposition des Säuglings kann durch eine Unterbrechung des Stillens für 24 Stunden nach der Einnahme auf ein Minimum reduziert werden.

Migräne bzw. die Behandlung mit Eletriptan kann bei manchen Patienten zu Benommenheit oder Schwindel führen. Die Patienten sind daher anzuhalten, kritisch abzuwägen, ob sie während eines Migräneanfalls oder nach der Einnahme von Eletriptan zur Verrichtung komplexer Aufgaben, wie etwa dem Lenken von Fahrzeugen, fähig sind.

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Pharmakokinetik
Absorption: Eletriptan wird nach oraler Einnahme schnell und gut über den Gastrointestinaltrakt resorbiert (zu mindestens 81%). Die absolute orale Bioverfügbarkeit beträgt bei Männern und Frauen etwa 50%. Die mediane tmax nach oraler Gabe beträgt etwa 1,5 Stunden. Für den gesamten klinischen Dosisbereich (20 mg bis 80 mg) konnte eine lineare Pharmakokinetik nachgewiesen werden.

AUC und Cmax von Eletriptan sind nach oraler Einnahme zusammen mit einer fettreichen Mahlzeit um etwa 20-30% erhöht. Bei oraler Einnahme während eines Migräneanfalles kommt es zu einer Reduktion der AUC um etwa 30% und zu einer Verlängerung der tmax auf 2,8 Stunden.

Bei wiederholter Verabreichung (20 mg dreimal täglich) über 5 bis 7 Tage blieb die Pharmakokinetik von Eletriptan linear und die Kumulation war vorhersehbar. Bei wiederholter Gabe höherer Dosen
(40 mg dreimal täglich oder 80 mg zweimal täglich) war die Kumulation von Eletriptan nach 7 Tagen größer als erwartet (etwa 40%).
Verteilung: Das Verteilungsvolumen von Eletriptan nach intravenöser Verabreichung beträgt 138 l und impliziert eine Verteilung ins Gewebe. Eletriptan zeigt nur eine mäßige Proteinbindung (etwa 85%).

Ausscheidung: Die mittlere Gesamtplasmaclearance von Eletriptan beträgt nach intravenöser Verabreichung 36 l/h, mit einer daraus resultierenden Plasmahalbwertzeit von etwa 4 Stunden. Die durchschnittliche renale Clearance nach oraler Gabe beträgt etwa 3,9 l/h. Die nicht-renale Clearance beträgt etwa 90% der Gesamtclearance; dies zeigt, dass Eletriptan hauptsächlich durch Metabolisierung eliminiert wird.

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