D-PENICILLAMIN
Index
Wirkmechanismus Handelsnamen Anwendungsarten
Indikationen Dosierung Kontraindikationen
Nebenwirkungen Interaktionen Vorsichtsmaßnahmen
Pharmakokinetik Allgemeine Beurteilung  
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Wirkmechanismus
Penicillamin gehört zu den DMARDs (disease modifying antirheumatic drugs) und verhindert die Bildung von Kollagenfasern und beeinträchtigt die Funktion verschiedener Zellen. Dies führt zu verminderter Immunabwehr.
Wirkungseintritt ist erst nach mehreren Monaten zu erwarten.
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Handelsnamen
Österreich Artamin
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Anwendungsarten
nicht invasiv:
- oral (Kapseln)
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Indikationen
- chronische Polyarthritis
- Juvenile chronische Arthritis
- Morbus Wilson, mit und ohne Symptomatik
- Cystinurie, Cystinosis
- Schwermetallvergiftungen
- primär biliäre Leberzirrhose
- chronische aktive Hepatitis
- Sklerodermie, besonders mit interstitieller Lungenfibrose
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Kontraindikationen
- Überempfindlichkeit gegenüber Wirkstoff
- Schädigung des hämatopoetischen Systems
- Nierenerkrankungen (auch anamnestisch)
- Myasthenia gravis
- lupoide Verlaufsformen der chronischen Polyarthritis
- nachgewiesene antinukleäre Antikörper (ANA-Titer über 1:80)
- Glomerulonephritis

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Dosierung
Standarddosierung
chronische Polyarthritis primär biliäre Leberzirrhose Sklerodermie, besonders mit interstitieller Lungenfibrose:
erste 4 Wochen: 150 mg - max. 250 mg
zweite 4 Wochen: 250 mg - max. 450 mg
dritte 4 Wochen: 300 mg - max. 600 mg
max. Tagesdosis: 1000 mg

juvenile chronische Arthritis:
Therapiebeginn: 5-10 mg/kg KG
max. Tagesdosis: 15-20 mg/kg KG

Bei eingeschänkter Nierenfunktion ist die Dosis anzupassen.
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Nebenwirkungen
Allgemein: allergische Reaktionen jeder Art, Fieber, Arthralgie, Lymphknotenschwellung, myasthenisches Syndrom
ZNS: Anorexie, Nausea, Tinnitus
Magen-Darm-Trakt: Erbrechen, epigastrische Beschwerden, Diarrhoe
Leber und Pankreas: Pankreopathien
Nieren und Blase: Proteinurie
Endokrinum: Thyroiditis
Blut: Leukopenie, Thrombozytopenie, Agranulozytose, aplastische Anämie, Eosinophilie, Moschcowitz-Syndrom
Haut: morbilliforme-, urtikarielle-, vesikuläre Exantheme, Juckreiz, Gesichtsödem, Gingivitis, Glossitis, Stomatitis , Pempigus vulgaris, Lupus erythematodes Syndrom, Pemphigus vulgaris, Pemphigus erythematodes, Pemphigoid Polymyositis, Dermatomyositis, Brustgigantismus
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Interaktionen
D-Penicillamin nicht mit Goldverbindungen, Malariamitteln, Immunsuppresiva oder Phenylbutazon kombinieren.
Eisen erst 2h nach D-Penicillamin-Applikation verabreichen.
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Vorsichtsmaßnahmen
Penicillamin besitzt keine analgetische Wirkung und muß daher bei Schmerzen mit einem Analgetikum kombiniert werden.
Vor Therapiebeginn und während dessen sollte regelmäßig Blutsenkung, Blutbild alkalische Phosphatase, Transaminasen und ANA kontrolliert werden.
Penicillamin nicht mit Antibiotika kombinieren.
Bei Schwermetallintoxikation ist die gleichzeitige Gabe von Pyridoxin obligatorsch.
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Pharmakokinetik
- die Resorption erfolgt zu ca. zwei Drittel im Duodenum
- die Bioverfügbarkeit kann durch gleichzeitige Nahrungsaufnahme herabgesetzt werden
- Proteinbindung
- maximale Plasmakonzentration nach ca. 1½ h
- Eliminationshalbwertszeit von freiem Penicillamin beträgt 1-2 h
- Eliminationshalbwertszeit von vorwiegend albumingebundenem Penicillamin beträgt 3-4 Tage
- Ausscheidung erfolgt größtenteils renal
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Allgemeine Beurteilung
Basistherapeutikum der zweiten Wahl
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