– Auf die aus der Vorgeschichte eruierten auslösenden Faktoren (z.B. Käse, Rotwein etc.) sollte besonders eingegangen werden.
– Hinweise auf eine vernünftige Lebensweise sind hilfreich, so z.B. regelmäßige Ruhezeiten, maßvolle körperliche Aktivitäten und Vermeidung von Stresssituationen.
Migräne-Behandlung im akuten Anfall:
– Ganz wichtig ist der Hinweis, keine Mischpräparate (Medikamente mit mehr als einem Wirkstoff) zu nehmen
– Als Migräne-Mittel der ersten Wahl gilt noch immer die Einnahme von
Acetylsalicylsäure (ASS) 1 g
– Bei ungenügender Wirkung von ASS empfiehlt sich ein Versuch mit
Paracetamol 1 g
–
Nichtsteroidale Antirheumatika (z.B.
Naproxen,
Diclofenac,
Ibuprofen) sind als Migräne-Mittel ebenso wirksam
– Auch ein Therapieversuch mit
Metamizol ist bei Migräne manchmal lohnend
– Potente Migräne-Mittel sind die sogenannten Triptane:
Sumatriptan,
Naratriptan,
Rizatriptan,
Eletriptan.
– Bei Wiederauftreten von Kopfschmerzen maximal zwei Verabreichungen in 24 Std.
–
Ergotaminpräparate, sind klassische Migräne-Mittel zur Kupierung der Migräneanfälle, wegen der möglichen Nebenwirkungen jedoch nicht ganz unproblematisch. Es besteht die Gefahr einer Gewöhnung und die Auslösung eines zusätzlichen Dauerkopfschmerzes steigt mit zunehmender Einnahmehäufigkeit. Aus diesem Grunde sollten derartige Medikamente vermieden werden.
– Werden die Migräne-Kopfschmerzen von Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen begleitet, ist die Verabreichung von
Metoclopramid sehr wirksam, zum Einnehmen oder als Zäpfchen bis zu 20 mg, i.m. oder i.v. 10 mg. Dieses Medikament steigert die Darmtätigkeit und fördert somit die Aufnahme im Darm verabreichter Substanzen.
Vorbeugende Migräne-Behandlung:
– Eine Migräne-Vorbeugung sollte nur dann erfolgen, wenn Migräneattacken mindestens dreimal pro Monat auftreten.
– Als Mittel der ersten Wahl gelten Beta-Rezeptorenblocker (= eigentlich Blutdruckmittel, die aber auch gegen Migräne wirken) Propanolol und Metoprolol 200 mg.
– Zur Intervalltherapie des Migräne-Kopfschmerzes eignen sich auch
Flunarizin.
– Zur vorbeugenden Migräne-Behandlung soll auch das Antiepileptikum (= Mittel gegen die epileptische Anfälle)
Topiramat gut wirksam sein.