MORBUS BECHTEREW
 
Klinisches Bild (Symptome) Anamnese Diagnostik
Differentialdiagnose Therapie Links
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Synonyme
Spondylitis ankylosans, Spondylitis ankylopoetica, Strümpfel-Marie-Bechterew-Erkrankung
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Klinisches Bild (Symptome)
Definition
Chronisch-entzündlich-rheumatische Erkrankung des Achsenskeletts (Wirbelsäule, Iliosakralgelenke, Schambeinfugen, kleine Wirbelgelenke), der Extremitätengelenke und Sehnenansätze.

Klinisches Bild
– Dumpfer persistierender, tief sitzender Rückenschmerz mit Zunahme in den frühen Morgenstunden
– Besserung der Schmerzen durch Bewegung
– Wechselnder Gesäßschmerz (links rechts)
– Periphere Gelenksschmerzen, Fersenschmerzen (Enthesiopathie), später subjektives Steifigkeitsgefühl in der gesamten Wirbelsäule
– Husten- oder Niesschmerzen im Gesäß
– gürtelförmiger Thoraxschmerz
– Sehnenansatzschmerzen an den Fersen, Sitzbeinhöckern

Im fortgeschrittenen Stadium Veränderung der Statik und des Habitus mit Verstärkung der BWS-Kyphose und HWS-Lordose.

Stadien:
– Stadium 0: Klinische Symptome ohne Sakroileitis
– Stadium 1: Nicht fixierte Wirbelsäulenversteifung, röntgenologisch Sacroileitis
– Stadium 2: Irreversible Versteifung, zumindest in einem Abschnitt der Wirbelsäule.
– Stadium 3: Irreversible Versteifung in mindestens 2 Wirbelsäulenabschnitten
– Stadium 4: Verknöcherungen in allen 3 Abschnitten der Wirbelsäule
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Anamnese
– Familiäre Belastung mit ankylosierender Spondylitis, Psoriasis, akuter Uveitis, reaktiver Arthritis, entzündlichen Darmerkrankungen.
– Radiologischer Nachweis einer Sacroileitis, entzündlicher (morgendlicher) Wirbelsäulenschmerz von mindestens 3 Monaten Dauer.
– Asymmetrische Synovitis vorwiegend an der unteren Extremität (besonders Knie-, Sprunggelenk).
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Diagnostik
Die frühzeitige Diagnosestellung ist für den Krankheitsverlauf entscheidend. Leider steht europaweit noch eine Latenz zwischen den Erstsymptomen und der definitiven Diagnose von mehreren Jahren!

Labor
– Laborentzündungszeichen bei 80%, erhöhte BSG (Achtung bei 20-30% normale BSG).
– C-reaktives Protein nur bei schweren Verläufen erhöht
– Hypochrome Anämien
– HLAB27 in 90% positiv
– IgA leicht bis mäßig erhöht. Gammaglobulinerhöhung spricht für einen schweren Verlauf.

Röntgen:
– Bei jedem Verdacht Röntgenaufnahme des Beckens oder gezielte Aufnahme der Ileosakralgelenke.
– Bei nicht eindeutigen Nativröntgen MRT, Dreiphasenszintigraphie. Bei fortgeschrittenem Krankheitsbild reicht das Nativröntgen aus.
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Differentialdiagnose
– Mechanisch unspezfischer Rückenschmerz
Discusprolaps
– degenerative Wirbelsäulenerkrankungen
Morbus Scheuermann
Kyphoskoliose (bei diesen Krankheitsbildern eher statisch bedingte Kreuzschmerzen nach längerem Stehen)
– Metastasierung im Ileosacralgelenk (besonders bei Prostata- und Mammacarcinomen)
– Infektiöse Sacroileitis durch Staphylococcen, Streptococcen und andere Keime
– Sakroidose
– Sakroileitis bei entzündlichen Darmerkrankungen (Colitis ulcerosa, Morbus Crohn) bei Psoriasis
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Therapie
– Bereits im Stadium 0 Bewegungstherapie !!
Den Patienten zur sportlichen Betätigung animieren: Laufen, Schilanglauf, Radfahren mit höherer Lenkstange, Volleyball ....., Patientenschulung.
– Hydrotherapien, Wärmeanwendung bei nichtentzündlichen Stadien.

Medikamentöse Therapie:
NSAR mit dem Ziel schmerzfreie Bewegung zu ermöglichen!
Steroide nur in hoch akuten Phasen oder bei Augenbeteiligungen.
Biologicals (Infliximab, Etanercept) sehr erfolgreich!
Methotrexat, Sulfosalazyn nur bei stark ausgeprägtem peripheren Gelenksbefall.
Erste gute Erfahrungen mit der Verabreichung von parenteralen Bisphosphonaten (weiterführende Studien notwendig).
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Links
AKH-consilium/Rückenbeschwerden
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Autor
Dr. M. Ausserwinkler,
Priv. Klin. Althofen, Kärnten
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Handelspräparate aus dem Pharmaangebot
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MMuskel- und Skelettsystem
M01Antiphlogistika und Antirheumatika
 M01ANichtsteroidale Antiphlogistika und Antirheumatika
 M01ABEssigsäure-Derivate und verwandte Substanzen
    Dedolor DRS Kapseln
(Astellas), Diclofenac, Dos.: siehe Fachinformation
    Deflamat DRS Kapseln
(Astellas), Diclofenac, Dos.: siehe Fachinformation
    Deflamat Kapseln, Suppositorien, Ampullen
(Astellas), Diclofenac, Dos.: siehe Fachinformation
    Deflamat retard Kapseln
(Astellas), Diclofenac, Dos.: siehe Fachinformation
    Neodolpasse Infusionslösung
(Fresenius-Kabi), Diclofenac/Orphenatrin, Dos.: siehe Fachinformation
    Dolpasse retard Filmtabletten
(Fresenius-Kabi), Diclofenac/Orphenatrin, Dos.: siehe Fachinformation
    Dolpasse Infusion
(Fresenius-Kabi), Diclofenac/Orphenatrin, Dos.: siehe Fachinformation
 M01AEPropionsäure-Derivate
    Seractil 200mg und 300mg Filmtabletten
(Gebro), Dexibuprofen, Dos.: siehe Fachinformation
    Seractil forte 400mg Filmtabletten
(Gebro), Dexibuprofen, Dos.: siehe Fachinformation
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