Synonyme
Fersensporn, Kalkaneussporn
Definition
Knöcherner zehenwärts gerichteter Sporn an der Medioplantarseite des Kalkaneus.
Meist Zufallsbefund und klinisch stumm.
Ätiologie
Häufig Folge chronischen Reizzustandes mit Bursitis (Überlastung) an Sehnen- und Bandinsertionsstellen der Plantarfaszie am Kalkaneus
– Unterer Fersensporn (kleine Fußmuskeln, Plantaraponeurose bei Plattfuß), meist Abflachung des Fußlängsgewölbes (z.B. Knick-Senkfuß)
– Oberer Fersensporn (Achillessehnenansatz betroffen, Sportler), verkürzte Wadenmuskulatur (beim Abrollen des Fußes dehnt sich der Muskel nicht, die Extension im oberen Sprunggelenk ist blockiert, so dass erhöhte Kräfte an den Ansätzen der Achillessehne und der Plantarfaszie wirken)
Klinische Symptomatik
– Belastungsunabhängiger, stechender Fußsohlenschmerz direkt unter dem Fersenbein
– Umschriebener Druckschmerz am Ansatz der Aponeurose, etwas medial vom Fersenhauptbelastungspunkt
Prädisponierende Faktoren:
– stehender Beruf
– Übergewicht
Röntgen: Seitaufnahme des Rückfußes: meist 1 – 5 mm langer Knochensporn
– Kalkeinlagerungen in ansetzenden Sehnen
– Die Schmerzintensität ist unabhängig von der Exostosengröße.
Cave: Die Klinik kann der Spornbildung vorauseilen (Insertionstendopathie).
– Bursitis
– chron.Polyarthritis
– M. Bechterew
– Osteomyelitis
– Gicht
– M. Paget
– Ermüdungsfraktur oder Zyste des Kalkaneus
– Coalitio talonavicularis
– Fluormedikation
Konservative Therapie: nur bei Beschwerden
– Druckentlastung des Sporns durch „Locheinlage“ (Ausmuldung)
– Stützung bzw. Korrektur einer bestehenden Fußderformität → Einlagen (Längsgewölbestützung); Pufferabsatz
– Ultraschall
– Lokale Infiltration von Lokalanästhetika und/oder Cortison
Injektion in das Schmerzgebiet von lateral, nicht durch die Sohle
– Extrakorporale Stoßwellentherapie
– Konsequentes Stretching der Wadenmuskulatur - sechsmal täglich über mindestens drei Monate
Operative Therapie: Spornabtragung, selten indiziert
Dr. H. Salfinger,
Abteilung für orthopädische Schmerztherapie,
Orthopädisches Spital Speising
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