Definition für Ischämie
Verminderung oder Unterbrechung der Durchblutung eines Organs, Organteils oder Gewebes infolge mangelnder arterieller Blutzufuhr (z.B. durch Thrombose, Embolie, Endarteriitis obliterans, Gefäßspasmus, Tumoren); Folge: Hypoxie, Schmerzen, bei längerem Bestehen Nekrose.
Symptome
– Der ischämische Ruheschmerz ist das Leitsymptom der weit fortgeschrittenen (ab Stadium III nach Fontaine) peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK).
– Im Endstadium (Stadium IV nach Fontaine) treten zusätzlich Gewebeschäden (Nekrosen, Ulcerationen) auf.
– Es bestehen Schmerzen im Bereich der Zehen, bei Krankheitsprogression wandern die Schmerzen nach proximal.
– Typischerweise treten die Schmerzen in der Nacht auf, bei Tieflagerung bessern sich die Schmerzen, da mehr Blut in das Bein gelangt.
– Typische Anamnese (Risikofaktoren: Nikotinabusus, Diabetes mellitus, arterielle Hypertension, Hyperlipidämie)
– Klinische Untersuchung (Inspektion, Pulstatus)
– ABPI (Ankle Brachial Pressure Index, Knöchel Arm Doppler Druck Index).
– Farbcodierte Douplexsonographie
– Angiographie
– Transcutane Sauerstoffpartialdruckmessung (tcpO2)
– Es besteht eine vitale Gefährdung der Extremität und daher die Indikation zur Operation (Gefäßrekonstruktion) oder Intervention (Lyse, PTA, Stentung).
– Schmerztherapie, entsprechend dem WHO Stufenplan der Schmerztherapie (
Analgetika,
NSAR, Opioide,
schwach bzw.
stark wirksame)
– Prostaglandin E1 Infusionstherapie
– CT-LS (Computertomographie-gezielte Sympathikolyse) nur sinnvoll, wenn durch tcpO2 die Reagibilität des Gefässe bewiesen wird
– Spinal Cord Stimulation (SCS): zur Behandlung von Patienten, bei denen die konservative/medikamentöse und operative Behandlung versagt. Kontraindikation: Herzschrittmacher, Ulzeration > als 3 cm im Durchmesser, Hautoxygenationspeak < 10 mm Hg (tcpO2), fehlende Compliance.
A. Greiner, G. Fraedrich,
Univ.-Klinik f. Chirurgie Innsbruck, Klin. Abt. für Gefäßchirurgie
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