DURCHBRUCHSCHMERZEN
 
Klinisches Bild (Symptome) Anamnese Diagnostik
Therapie Handelspräparate aus dem Pharmaangebot  
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Klinisches Bild (Symptome)
Durchbruchschmerzen treten im Schnitt bei 64% von Tumorpatienten mit dauerhaften Schmerzen auf, aber auch bei Patienten, die unter Nichttumorschmerzen leiden (z.B. neuropathische Schmerzen bei Post Zoster Neuralgie, Phantomschmerzen, Postlaminektomiesyndrom).

Durchbruchschmerzen werden in der Literatur mit unterschiedlichen Definitionen belegt. Durchbruchschmerzen (Breakthrough pain) Klinisch stellen sie sich als eine vorübergehende Verstärkung eines bestehenden chronischen Schmerzes vor dem Hintergrund einer suffizienten Basistherapie (sie „durchbrechen“ diese) dar. Durchbruschschmerzen könne durch willkürliche oder unwillkürliche Bewegung, ausgelöst sein oder spontan ohne erkennbaren Auslöser auftreten. Meist gleichen Sie dem Dauerschmerz in Lokalisation und Ätiologie.

Die Pathophysiologie kann somatisch sein (33 - 46%), viszeral (20 - 30%), neuropathisch (10 - 36%) und gemischt (16 - 20%).
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Anamnese
Patienten mit höheren Ruheschmerzen haben häufiger Belastungs- und Durchbruchschmerzen. Die Patienten können in 50% die Schmerzen nicht vorhersagen, die Schmerzspitzen setzen schnell und unvorhersehbar ein und halten für 30 Minuten bis etwa 2 Stunden an. Sie können sogar wie bei neuropathischen Durchbruchschmerzen noch kürzer sein (Dauer von 1 Sekunde bis 30 Minuten). Die Durchbruchschmerzen werden als äußerst intensiv beschrieben. Eine sorgfältige kompetente Schmerzanamnese erfragt die Intensität, weiters die Lokalisation des Schmerzes, die zeitliche Charakteristik, die Häufigkeit, die Zeitdauer bis zum Schmerzmaximum, die gesamte Dauer, das Verhältnis zur Opioid - Dauertherapie, ob schmerzverstärkende Faktoren vorliegen und ob willkürliche oder unwillkürliche Bewegungen die Durchbruchschmerzen hervorrufen. Weiters wird erfragt, welche Pathophysiologie hinter den Durchbruchschmerzen steckt, ob es sich um somatische, viszerale, neuropathische oder gemischte Schmerzen handelt.
Die Schmerzstärke soll unbedingt durch eine Schmerzmessung festgestellt werden.
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Diagnostik
Die Diagnostik des Schmerzes im Rahmen einer malignen Erkrankung erfasst neben einer detaillierten Anamnese eine gründliche klinische Untersuchung und bildgebende Verfahren, wenn notwendig, um die Ursache der Schmerzen zu lokalisieren und in manchen Fällen der Einsatz lokaler Maßnahmen zur Schmerzbekämpfung zu ermöglichen.
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Therapie
kausale Behandlung:
 Chemotherapie
 Radiotherapie
Medikamentöse Behandlung umfasst unter anderem:

 prophylaktische Behandlung (Conanalgetika unter Beachtung der Pathophysiologie)
 Bedarfsmedikation – Problem Pharmakokinetik der verfügbaren Medikamente (Wirkmaximum oft erst bei Abklingen des Belastungs- und Durchbruchschmerzes erreicht)
 Bei lokalen Schmerzen, z. B. Mukositis:
Topisch appliziertes Morphingel 0,1% (1 mg/ml Morphingel) 2 – 4 x täglich appliziert
 Morphin ca. ein Zehntel bis ein Sechstel der Gesamttagesdosis in nicht retardierter Form
 Fentanyl transmukosal in der Dosierung von 200 – 1600 µg,
Dosisermittlung durch individuelle Titration mit Hilfe der sechs zur Verfügung stehenden Dosisstärken

Transmukosales Fentanyl ist ein orales transmukosales therapeutisches System, das speziell zur effektiven Behandlung von Durchbruchschmerzen entwickelt wurde. Es wirkt genauso schnell wie i.v. Morphin und ist oralem Morphin überlegen. Es wird von der European Association of Palliative Care mit der höchsten Evidenz zur Behandlung von Durchbruchschmerzen empfohlen.

Weitere medikamentöse Optionen sind Buprenorphin 0,2 mg oder 0,4 mg sublingual, Hydromorphon 1,3 mg bis 2,6 mg als nicht retardierte Kapseln, Oxycodon nicht retardiert 5 mg, 10 mg bis 20 mg.

Neue Wege in der Zukunft:

 Fentanyl Buccaltabletten
 Fentanyl und Ketamin Nasenspray
 Inhalative Fentanyl Aerosole

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AUTOR:

R. Likar
LKH Klagenfurt
Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin
ZISOP
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Handelspräparate aus dem Pharmaangebot
Die Präparate-Nennungen erfolgen durch die Sponsoren unserer Webseite unabhängig vom Autor des Fachtextes. Die Reihenfolge entspricht dem ATC-Code. Der Benutzer ist angehalten, sich vor Verschreibung eines Medikaments durch sorgfältige Prüfung der jeweiligen Fachinformation bzw. Gebrauchsinformation zu vergewissern, ob die dort vorliegenden Informationen zu Indikation, Kontraindikation und Dosierung von den Angaben auf dieser Webseite evtl. abweichen (siehe auch Haftungsausschluss).
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Mitteln sowie Nebenwirkungen sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen.

NZentrales Nervensystem
N01Anästhetika
 N01AAllgemeinanästhetika
 N01AHOpioidanalgetika
    Actiq 1.200, 1600 µg - Lutschtablette, gepresst, mit integriertem Applikator zur Anwendung in der Mundhöhle, 3 und 30 Stück
Cephalon, Fentanyl,Dosierung siehe Fachinformation
    Actiq 200, 400, 600, 800 µg - Lutschtablette, gepresst, mit integriertem Applikator zur Anwendung in der Mundhöhle, 3 und 30 Stück
Cephalon, Fentanyl,Dosierung siehe Fachinformation
    Effentora 100 und 200 Mikrogramm Buccaltabletten zu 4 und 28 Stk
(Cephalon)Fentanyl,Dosierung siehe Fachinformation
    Effentora 400, 600 und 800 Mikrogramm Buccaltabletten zu 28 Stk
(Cephalon)Fentanyl,Dosierung siehe Fachinformation
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