Definition
Cluster-Kopfschmerzen sind heftige, streng halbseitige, meist hinter dem Auge lokalisierte Schmerzen, die in Attacken mehrmals täglich auftreten.
Klinisches Bild
– Typisch sind u.a. das nächtliche Auftreten der ersten Attacke sowie eine Rötung der Bindehaut, Tränenbildung, Nasenlaufen sowie verstärktes Schwitzen.
– Die Kopfschmerzen treten in Attacken gehäuft auf, das heißt periodenweise ein bis mehrmals täglich, meist zur gleichen Tageszeit, oft nachts; möglicherweise werden sie beeinflusst vom Biorhythmus.
– Die Perioden können über Wochen, Monate oder Jahre anhalten.
– Als auslösende Faktoren wirken häufig Nikotin- oder Alkoholgenuss.
– Insgesamt sind Cluster-Kopfschmerzen sehr selten.
– Betroffene - häufig Männer im jungen Erwachsenenalter - leiden jedoch viele Jahre bis Jahrzehnte daran.
– Die Attacken sind halbseitig, sehr heftig, schneidend oder bohrend, kommen abrupt ohne Vorboten, oft aus dem Schlaf heraus und dauern 15 Minuten bis drei Stunden an.
– Oft lassen sich die Schmerzen hinter dem Auge und im Bereich der Nasenwurzel lokalisieren. Sie sind begleitet von Tränenfluss und geröteter Bindehaut, Nasenlaufen sowie motorischer Unruhe und Schwitzen.
– Auch ein Horner-Syndrom, bestehend aus Miosis (enger Pupille), Ptosis (herabhängendem Oberlid) und Lidschwellung, wird häufig beobachtet.
– Wie schon erwähnt, wiederholen sich die Attacken mehrmals täglich, wobei typischerweise jedes Mal dieselbe Kopfseite betroffen ist.
Es gibt außer der sorgfältigen Anamnese keine spezifische Zusatzdiagnostik.
Kopfschmerztagebuch!
–
SUNCT
(SUNCT-Syndrom bzw. der Begriff SUNCT ist eine Abkürzung für:
short-lasting
unilateral
neuralgiform headache attacks with
conjunctival injection and
tearing)
–
Migräne
–
Paroxysmale Hemikranie
–
Trigeminusneuralgie
– Bei einem akuten Schmerzanfall kann eine Sauerstoffinhalation über eine Gesichtsmaske sinnvoll sein. Dabei sollen 7 Liter hundertprozentigen Sauerstoffs pro Minute, idealerweise sitzend mit leicht nach vorne gebeugtem Oberkörper, inhaliert werden. Die Behandlung sollte 10 bis 15 Minuten dauern. Sauerstoffmasken sind in jeder Apotheke erhältlich, Sauerstoffgeräte kann man über die Krankenkasse beziehen.
– Die Selbstinjektion von (verschreibungspflichtigem!)
Sumatriptan unter die Haut hat sich ebenfalls als Attackenbehandlung bewährt.
Intervalltherapie:
Verapamil,
Lithium und evt.
Valproinsäure
Ch. Lampl,
Neurologisch-psychiatrische Abt., AKH Linz
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