Der Schmerz ist täglich und über den größten Teil des Tages hinweg vorhanden.
Anfangs ist der Schmerz einseitig und in einer umschriebenen Region des Gesichtes lokalisiert. Später Ausdehnung.
Der Schmerz ist dumpf und schlecht lokalisierbar (VAS 6/10, ziehend, brennend, drückend).
Der Schmerz ist nicht mit Gefühlsstörungen oder anderen klinischen Zeichen assoziiert.
– Erstauslöser können Operationen oder Verletzungen im Gesicht oder Kieferbereich sein (Zahnextraktionen, Injektionen, etc.); 40%
– "Life events" werden in 20% angegeben
– Inzidenz, Prävalenz und Verlauf wurden bisher nicht systematisch untersucht
– Geschlecht: Frauen 3 – 7 : 1 Männer
– Alter: zwischen 30 und 50 Lebensjahr
– Häufig begleitende Depression u.a. psychiatrische Erkrankungen oft Folge und nicht Ursache
– Episodischer oder chronischer Verlauf
Apparative Untersuchungen sind unauffällig
–
Trigeminus-Neuralgie
–
Zervikogener Kopfschmerz
– Affektionen der NNH
–
Myarthropathien des Kiefergelenks
–
Cluster-KS
–
Paroxysmale Hemikranie
– Läsionen des N. trigeminus
– TU KH-Brückenwinkel
– Erosive TU der Schädelbasis, der Orbita und des Nasopharynx
– Infektionen des Kieferknochens
–
Cave: Operative Interventionen
– Unterscheidung zwischen episodischen und chronischen Verlauf
– Medikamentös oft schlecht zufriedenstellend behandelbar
– Es kann keine auf hohe Evidenz basierende Empfehlung gegeben werden.
Episodischer Verlauf
Peripher wirksame Analgetika:
– ASS 500 – 1500mg
– Paracetamol 500 – 1500mg
– NSAR
– Nicht öfter als zehnmal pro Monat (cave: Akzentuierung des Schmerzsyndroms, Mischpräparate)
Triptane und Ergotamin unwirksam!
Chronischer Verlauf
Behandlung wie Spannungskopfschmerz
– Amitriptylin (Saroten) 50 – 150mg
– Clomipramin (Anafranil) 50 – 150mg
–
Antikonvulsiva
– Was ist zu erwarten: 20 – 50% Linderung
– Verhaltenstherapie (Schmerzbewältigung)
– Physikalische Therapiemaßnahmen
– Entspannungstechniken
–
TENS add on
W. Amberger,
Neurologische Abteilung, LKH Klagenfurt
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