AOLESZENTENKYPHOSE
 
Klinisches Bild (Symptome) Differentialdiagnose Therapie
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Synonyme
Morbus Scheuermann, Aoleszentenkyphose
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Klinisches Bild (Symptome)
Definition
Familiär gehäuft vorkommende Entwicklungsstörung von Wirbelkörpern und Bandscheiben im späten Kindes- und frühen Jugendalter, die bei Keilwirbelbildung, Bandscheibenverschmälerung und Deckplatteneinbrüchen zu leichter Skoliose und erheblicher struktureller Kyphose führen kann. Schwere körperliche Belastung vor Abschluss des Wirbelwachstums verstärkt die Ausprägung ("Lehrlingsrundrücken").

Symptome
– Funktionelle Phase:
< 10. LJ.; Bandscheibenverschmälerung und geringere Dehnbarkeit des Intervertebralraumes; kindliche Tonnenform der Wirbelkörper; Frühdiagnose nur röntgenologisch möglich. Verdachtsdiagnose: Haltungsschwäche, Hohlrücken, familiäre Belastung, starke Akzeleration.
– Florides Stadium:
Jungen 12–18 J., Mädchen 10–16 J.; fixierte Brustkyphose; Zunahme der Kyphose und des Fixationsbezirkes; typische Röntgenbefunde an mindestens 5 Wirbeln.
– Spätstadium:
fixierte Kyphose; Überdehnung der Rückenmuskulatur; Ventralverlagerung des Oberkörperschwerpunktes; Fehlbeanspruchung der Wirbelgelenke; in schweren Fällen zunehmende osteochondrotische Veränderungen (Spondylose, Spondylarthrose).

Krankheitswert
– Meist symptomlos:
– Einzelne Röntgensymptome bei 67% der Wirbelsäulenaufnahmen nachzuweisen
– Verminderte Belastungsfähigkeit für schwere körperliche Arbeiten, häufiges Bücken und schweres Heben
– Nahezu keine Beschwerden und uneingeschränkte Sporttauglichkeit für wechselnde körperliche Beanspruchungen.

Verlauf
Beschwerden:
– Durch schwere körperliche Arbeit
– Durch Kinderarbeit (Hochleistungssport)
– Bei plötzlichem Verbot rückenkräftigender Sportarten
– Akute oder chronisch rezidivierende Lumbalgien bei der lumbalen Verlaufsform
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Differentialdiagnose
– Thorakale Rückenbeschwerden
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Therapie
Es macht sich zunehmend die Auffassung breit, dass der "Morbus" Scheuermann übertherapiert wird. Reklinierende Lagerung im Gipsbett und viele Korsette haben sich als wirkungslos erwiesen und setzen unnötige psychologische Schäden, während bei der großen Mehrzahl der Patienten – bei entsprechender Berufsberatung – kein oder zumindest kaum Krankheitswert zu erwarten ist.
Am empfehlenswertesten wäre eine Frühestbehandlung in der funktionellen Phase. Die Früherfassung würde aber eine Röntgenuntersuchung der Wirbelsäule zwischen dem 8. und 10. LJ. erfordern. Selbst dann ist nicht eindeutig, ob durch intensive Übungsbehandlung die familiäre Belastung ausgeschaltet oder wenigstens gemildert werden kann.

Operative Behandlung
– Nur bei starker Progredienz und
– Beschwerden oder
– Rückenmarksirritation
– Durch ventrale Aufrichtungsosteotomie in Verbindung mit dorsaler Spondylodese

Vor Einleitung eingreifender Behandlungen empfiehlt sich Reduktion einseitiger körperlicher Beanspruchungen
– Auftrainieren der Rückenmuskulatur
– Haltungsschulung
– Wechsel zwischen Stehen, Gehen und Sitzen

Entgegen einer weitverbreiteten Meinung hilft Brustschwimmen (mit Kopf über dem Wasser) nicht. Empfohlen wird stilreines Brustschwimmen (Kopf unter Wasser) bzw. Kraulen oder Rückenschwimmen.

Pharmakotherapie bei Lumbalgie
– Schmerzmittel lt. WHO – Schema (Analgetika, NSAR, selten Opoide (schwach- und stark wirksame) und Muskelrelaxantien
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