Es macht sich zunehmend die Auffassung breit, dass der "Morbus" Scheuermann übertherapiert wird. Reklinierende Lagerung im Gipsbett und viele Korsette haben sich als wirkungslos erwiesen und setzen unnötige psychologische Schäden, während bei der großen Mehrzahl der Patienten – bei entsprechender Berufsberatung – kein oder zumindest kaum Krankheitswert zu erwarten ist.
Am empfehlenswertesten wäre eine Frühestbehandlung in der funktionellen Phase. Die Früherfassung würde aber eine Röntgenuntersuchung der Wirbelsäule zwischen dem 8. und 10. LJ. erfordern. Selbst dann ist nicht eindeutig, ob durch intensive Übungsbehandlung die familiäre Belastung ausgeschaltet oder wenigstens gemildert werden kann.
Operative Behandlung
– Nur bei starker Progredienz und
– Beschwerden oder
– Rückenmarksirritation
– Durch ventrale Aufrichtungsosteotomie in Verbindung mit dorsaler Spondylodese
Vor Einleitung eingreifender Behandlungen empfiehlt sich Reduktion einseitiger körperlicher Beanspruchungen
– Auftrainieren der Rückenmuskulatur
– Haltungsschulung
– Wechsel zwischen Stehen, Gehen und Sitzen
Entgegen einer weitverbreiteten Meinung hilft Brustschwimmen (mit Kopf über dem Wasser) nicht. Empfohlen wird stilreines Brustschwimmen (Kopf unter Wasser) bzw. Kraulen oder Rückenschwimmen.
Pharmakotherapie bei Lumbalgie
– Schmerzmittel lt. WHO – Schema (
Analgetika,
NSAR, selten Opoide (
schwach- und
stark wirksame) und
Muskelrelaxantien