Die Räume des
Canalis vertebralis erreicht man sehr leicht bei Vorgehen im unteren Lendenwirbelbereich, ohne dabei das Rückenmark zu gefährden. Die
Medulla spinalis besitzt ihr Ende auf der Höhe des 2. Lendenwirbels, caudal davon findet sich nur noch die
Cauda equina, gebildet durch die zu den streng zugeordneten Formania intervertebralia verlaufenden Radices ventrales und dorsales. Leicht ertastet man die
Processus spinosi der Lendenwirbel, wobei der Dornfortsatz von L4 dem höchsten Punkt der
Crista iliaca entspricht.

Es ist nun möglich, oberhalb oder unterhalb des Processus spinosus des vierten Lendenwirbels einzustechen. Dabei durchdringt man die in diesem Bereich sehr dicke Cutis und variabel dick vorkommende Subcutis, die
Fascia thoracolumbalis, das
Lig. supraspinale und
Lig. interspinale, bis man auf einen deutlichen radiergummiartigen Widerstand stößt. Dieser Widerstand enspricht dem Lig. flavum, welches median fehlen kann. Dies ist bei einem streng medianen Zugang zu beachten. Weiter caudal zwischen dem letzten Lendenwirbel und dem Os sacrum sind Verschmelzungen der hinteren Wirbelanteile mit Einengungen bis Totalverschluß des Zwischenraumes möglich, die ein Erreichen des Canalis vertebralis erschweren, ja gar unmöglich machen können.
Sobald das Lig. flavum durchsetzt und ein deutlicher Widerstandsverlust zu spüren ist, befindet man sich im
Spatium epidurale (Epiduralraum). Dieser Raum umgibt
allseits die
Dura mater von außen her und besitzt im dorsalen Bereich des Lendenwirbelsäulekanals eine Ausdehnung bis zu
1 cm. Thorakal ist das Spatium epidurale dorsal etwa
7 mm und cervical an die
5 mm breit. Das Spatium ist mit Fett und zahlreichen Venen, die hier den
Plexus venosus vertebralis internus post. bilden, erfüllt. Ein weiterer Widerstand zeigt das Erreichen der
Dura mater, der die
Arachnoidea von innen her ganz eng anliegt, an. Nach Durchsetzten dieser Schicht befindet man sich im
Spatium subarachnoideum (Liquorraum), in dem sich die bereits oben erwähnte
Cauda equina befindet.