Synonyme
Gichtanfall, Arthritis urica
– Heftigster, in kurzer Zeit zunehmender monoartikulärer Gelenkschmerz.
– Charakteristisch: sehr plötzliche Rötung und Schwellung des Gelenks, extreme Schmerzhaftigkeit,
– Fieber, Leukozytose. Unbehandelt: 7–10 Tage
– Schmerz setzt meist plötzlich und in der Nacht ein. Es bestehen zusätzlich oft Fieber, Übelkeit, Tachykardie.
– Fast ausschließlich Männer betroffen (95 %).
– Auslöser (Purinzufuhr, z.B. Schalentiere), Alkoholexzess, körperliche Anstrengung.
– Bereits ähnliche Attacken?
– Bekannter Diabetes mellitus.
– Das Gelenk ist geschwollen, gerötet, überwärmt und druckempfindlich.
– Etwa die Hälfte aller Fälle kommt zuerst am Großzehengrundgelenk vor Weniger häufig befallen sind Fuß- und Kniegelenke oder Handgelenke.
– Erhöhter Harnsäurespiegel im Serum, Leukozytose, beschleunigte Blutsenkung.
Bildgebende Diagnostik:
– Röntgen des entsprechenden Gelenkes.
– Lokales Gelenktrauma: Anamnese;
– Chondrokalzinose (Pseudogicht): fehlendes Ansprechen auf Colchicin; normaler Serumharnsäurespiegel; Nachweis von Kalziumpyrophosphatkristallen in der Gelenkflüssigkeit;
– pyogene Arthritis: Gelenkpunktat;
– entzündlicher Reizzustand bei Arthrose: arthrotische Gelenkveränderung anderer Gelenke;
– Arthritis bei akuter Sarkoidose (Löfgren-Syndrom): beidseitiger Befall der Sprunggelenke; Erythema nodosum, hiläre Lymphknoten; Vergrößerung der Hili in der Röntgen-Thoraxaufnahme;
– Psoriasis-Arthritis: psoriatrische Hautveränderungen;
– atypisch verlaufende rheumatoide Arthritis: symmetrischer Befall der kleinen Gelenke. Morgensteifigkeit;
– Reitzer-Syndrom: Urethritis;
– rheumatisches Fieber: junge Patienten. Befall der großen Gelenke, hohes Fieber. Anamnese.
– Der Gichtanfall wird heute mit
Phenylbutazon 400 mg i.m. (mit
Dexamethason und Lokalanästhetikum), oder
Indometacin 50 mg p.o. oder
Diclofenac 75 mg i.m. oder i.v. behandelt. (Die Gabe von Colchicin, 0,5-1 mg p.o. mehrmals täglich gilt als veraltet)
– evtl.
Diclofenac oral bis 150 mg/d;
– evtl. anschließende Dauermedikation mit Allopurinol 100-300 mg/d.
Die Präparate-Nennungen erfolgen durch die Sponsoren unserer Webseite unabhängig vom Autor des Fachtextes. Die Reihenfolge entspricht dem ATC-Code. Der Benutzer ist angehalten, sich vor Verschreibung eines Medikaments durch sorgfältige Prüfung der jeweiligen Fachinformation bzw. Gebrauchsinformation zu vergewissern, ob die dort vorliegenden Informationen zu Indikation, Kontraindikation und Dosierung von den Angaben auf dieser Webseite evtl. abweichen (siehe auch
Haftungsausschluss).
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Mitteln sowie Nebenwirkungen sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen.
 |
| M | Muskel- und Skelettsystem |
| M01 | Antiphlogistika und Antirheumatika |
| | M01A | Nichtsteroidale Antiphlogistika und Antirheumatika |
| | M01AB | Essigsäure-Derivate und verwandte Substanzen |
| |
|
Dedolor DRS Kapseln (Astellas), Diclofenac, Dos.: siehe Fachinformation |
| |
|
Deflamat DRS Kapseln (Astellas), Diclofenac, Dos.: siehe Fachinformation |
| |
|
Deflamat Kapseln, Suppositorien, Ampullen (Astellas), Diclofenac, Dos.: siehe Fachinformation |
| |
|
Deflamat retard Kapseln (Astellas), Diclofenac, Dos.: siehe Fachinformation |
| |
|
Rheutrop Kapseln 10 Stk, 30 Stk und 50 Stk (Merz), Acemetacin, Dos.: siehe Fachinformation |
| |
|
Rheutrop retard Kapseln 30 Stk und 50 Stk (Merz), Acemetacin, Dos.: siehe Fachinformation |
| | M01AC | Oxicame |
| |
|
Keine aktuellen Präparate-Nennungen ! |
| | M01AE | Propionsäure-Derivate |
| |
|
Seractil 200mg und 300mg Filmtabletten (Gebro), Dexibuprofen, Dos.: siehe Fachinformation |
| |
|
Seractil forte 400mg Filmtabletten (Gebro), Dexibuprofen, Dos.: siehe Fachinformation |
